Life Balance Mythen

Valudis Redaktion, 17. Januar 2020

Leben

Es ist überall. Produkthersteller verkaufen es und wir kaufen es. Werbeagenturen profitieren davon. Es wird in Büchern, Fernsehsendungen und Filmen idealisiert. Und doch entzieht es sich uns. Es ist ein Rätsel. Und wenn wir es nicht haben, fühlen wir uns elend und als würden wir die eine Sache verpassen, die das Leben besser macht. Es ist friedlicher. Schöner. Denn schließlich „hat es jeder andere“. Aber wir haben es nicht und wir wissen es.

Aber wir WOLLEN es.

Wir wollen, dass unser Leben gut funktioniert, gut aussieht und sich gut anfühlt. Wir wollen, dass sich unser Leben wie ein fauler Nachmittag an einem schönen Sommertag anfühlt. Wir wollen, dass es stressfrei ist, frei fließen kann und sogar gut riecht. Hm?

Ok, ich gebe zu, ich will, dass mein Leben gut riecht, aber bei Ihnen bin ich mir nicht sicher. Ich weiß, ich will, dass meine Sinne mit allem, was schön und friedlich ist, belebt werden.

Koordiniert und organisiert.

Gezielt und sinnvoll.

Aber ich musste lernen, ich hasse es zu sagen, mit dem Strom zu schwimmen. Denn wenn ich mich dem Fluss widersetze, neckt mich das, was ich suche, aus der Ferne und ist doch noch sichtbar, nur eine Armlänge entfernt. Mich quält das Ding, die Erfahrung, der Seelenfrieden, den ich von dem Ding, das wir als BALANCE kennen, haben will.

Bevor ich das „Gleichgewicht“ finden konnte, musste ich erst einmal definieren, wie ein ausgeglichenes Leben für mich persönlich aussieht. Aber darum geht es in diesem Artikel nicht. In diesem Artikel geht es darum, die „Illusion“ zu zappen, wie ein „Leben in Balance“ aussehen soll, nach dem Bild der Balance, das uns immer wieder verkauft wird. Denn ob wir es erkennen oder nicht, es gibt ein idealisiertes Bild davon, wie ein ausgeglichenes Leben aussieht, und dann gibt es die Realität. Seien Sie sich also der folgenden Mythen bewusst und machen Sie sich dann daran, ein Leben zu schaffen, das sich für Sie gut anfühlt, und Sie werden schließlich, glücklicherweise, das Gleichgewicht finden.

1. Gleichgewicht ist ein einmaliges Ereignis.

Wenn es nur so wäre! Zuerst möchte ich unmissverständlich sagen, dass Gleichgewicht nicht etwas ist, bei dem wir ankommen und bleiben. Gleichgewicht ist dynamisch. Sie verändert sich ständig. Bewegend. Um ein Fahrrad auszubalancieren, muss man es in Bewegung halten; um Ihr Leben im Gleichgewicht zu halten, müssen Sie es in Bewegung halten. Und wenn man etwas bewegt, besteht die Möglichkeit von Fehlern. Abstürze. Umkippen.

Aber die Alternative ist nicht besser. Wenn wir stillhalten, laufen wir Gefahr, in einem Trott stecken zu bleiben. Zu lange gefangen in unseren Ängsten. Ohne Bewegung hören wir auf zu wachsen. Wir hören auf, neue Dinge zu erleben. Wir hören einfach auf.

Wenn wir uns also nach einem ausgeglichenen Leben sehnen, müssen wir uns bewegen UND härter werden. Wir werden auf dem Weg dorthin Schläge und Prellungen bekommen. Und das ist okay, denn jede Beule und jeder Bluterguss macht uns stärker. Es macht uns auch dankbar für die Zeiten, in denen wir keine Sorgen und Herausforderungen haben und die Möglichkeit haben, in der Süße unseres Lebens zu versinken.

2. Gleichgewicht = Perfekt

Das haben wir alle schon erlebt. „Wenn“ so und so geschieht, wird mein Leben DANN glücklicher, friedlicher, ausgeglichener sein. Pfui Teufel! So etwas wie ein perfektes Leben gibt es nicht. Wenn es noch nie jemand zu Ihnen gesagt hat, sage ich es noch einmal: Es gibt nichts so sehr wie ein perfektes Leben!

Versteh mich nicht falsch. Als Enthusiast für persönliches Wachstum glaube ich, dass Sie ein Leben schaffen können, das gut funktioniert und sich großartig anfühlt. Absolut. Aber das hat nichts mit Perfektion zu tun. Es hat alles mit Akzeptanz zu tun.

Wir können nicht im Fluss sein und das süße Gleichgewicht der Balance finden, wenn wir unser Leben nicht so akzeptieren können, wie es heute ist. Die Akzeptanz dessen, was ist, befreit uns von dem Bedürfnis, Dinge anders, besser, mehr zu haben. Akzeptanz erlaubt uns, das JETZT vollständiger zu erleben. Sie erlaubt uns, unser Haar herunterzulassen. Akzeptanz hilft uns, unser Leben aus einem gegenwärtigen Geisteszustand heraus zu gestalten. Und die einzige Möglichkeit, sich „ausgeglichen“ zu fühlen, ist das JETZT. Nicht morgen. Nicht gestern.

Balance ist alles über das JETZT und hat nichts mit Perfektion zu tun.

3. Balance ist Fusseln.

Nicht wirklich. Aber ich stimme zu, die Bilder, die wir in Fernsehwerbung und in Zeitschriften sehen, lassen Balance ein wenig flaumig erscheinen. Aber in Wirklichkeit ist die wirkliche, bodenständige Erfahrung von Balance weit entfernt von Flaum. Sie ist real. Es ist ein Zustand des momentanen Bewusstseins. Es ist etwas, das wir in unserem Körper, in unserem Geist und in unseren Geistern spüren können.

Wir können Gleichgewicht schaffen, indem wir uns auf unseren Bauch, unsere Intuition und unsere Gefühle einstellen. Wir können auf das hören, was unsere Seele will und ihr dann geben, was sie will. Gleichgewicht ist etwas, das wir im Inneren schaffen, nicht etwas, das wir im Äußeren „finden“. Balance geht nicht so sehr darum, was wir tun, sondern vielmehr darum, wer wir in jedem Moment sind.

Balance erfordert unser ganzes Selbst. Es erfordert Anerkennung und Bewusstsein. Mit anderen Worten, Balance ist ein Zustand, der jenseits dessen liegt, was Worte beschreiben können.

Und wenn wir es fühlen, wissen wir es.

Dieser Artikel handelt von einem Krankheitsbild oder gesundheitlichen oder medizinischen Thema und dient dabei jedoch nicht der Eigendiagnose. Der Beitrag ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte lesen und beachten Sie auch unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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