Wie bekommt man ein Lymphom?

Valudis Redaktion, 18. März 2020

Krebs

Das Lymphom ist eine Krebsart, die das Lymphsystem des Körpers beeinträchtigt. Im Gegensatz zu seinem Namen und zu dem, was manche Leute Ihnen vielleicht erzählt haben, wird das Lymphom nicht nur auf den Lymphknoten und der Thymusdrüse isoliert, denn die Lymphe oder das Lymphsystem besteht eigentlich aus dem Knochenmark, der Thymusdrüse, den Lymphknoten, den Mandeln, dem Blinddarm und der Milz. Das System filtert die Abfallstoffe oder unerwünschte Stoffe wie Fette und Bakterien aus den verschiedenen Körpergeweben. Derjenige, der den Schmutz des Körpers aufnimmt, ist die Lymphe, eine klare oder manchmal gelbliche Flüssigkeit. Aber es bleibt die Frage, wie kommt man zu einem Lymphom?

Leider ist die Antwort auf diese Frage jedoch nicht einfach. Zum einen ist trotz der Tausenden von Stunden, die für medizinische Forschung und Laboruntersuchungen aufgewendet wurden, die tatsächliche Ursache der Krankheit noch immer unbekannt. Die DNA-Mutation ist eine der möglichen Ursachen für die Entstehung von Lymphomen, aber was passiert, wenn die DNA mutieren muss, bleibt eine große Frage für die medizinische Wissenschaft. Medizinische Wissenschaftler haben jedoch mehrere Faktoren gefunden, die möglicherweise das Risiko der Lymphomentstehung erhöhen können.

Wie Sie vielleicht schon vermutet haben, sind die beiden allgemeinen Faktoren genetische und Umweltfaktoren. Zum einen ist die Genetik immer noch ein kompliziertes Thema, das wahrscheinlich nicht so bald mit einer abschließenden Antwort gelöst werden kann. Die Vererbung der Krankheit kann immer noch nicht als gültige Ursache festgestellt werden. Es wurde jedoch herausgefunden, dass Menschen mit vererbten Immunstörungen am ehesten auch ein Lymphom entwickeln können. Immunkrankheiten wie Lupus, rheumatoide Arthritis und Zöliakie scheinen bei der Entstehung von Lymphomen eine Rolle zu spielen.

Ebenso haben diejenigen, die Störungen des Immunsystems haben, auch ein höheres Risiko, ein Lymphom zu entwickeln. Zu dieser Art von Störungen gehören Patienten mit HIV/AIDS, Helicobacter Pylori und Epstein-Barr-Virus (EBV). Auch Menschen mit einem geschwächten Immunsystem wie bei HIV/AIDS und EBV sind oft Kandidaten für ein Lymphom.

Was die Umweltfaktoren betrifft, so dürfte es inzwischen allgemein bekannt sein, dass verschiedene Gesundheitsrisiken wie die Exposition gegenüber Chemikalien und Strahlung eine Vielzahl von Krankheiten, Störungen oder Gesundheitszuständen verursachen. Und dazu gehört auch die Entwicklung von Lymphomen. Genauer gesagt, haben sich Lösungsmittel wie Aceton, Alkohol (ja verschiedene Alkohole), Xylol, Terpentin und Benzol als mit Lymphomen assoziiert erwiesen.

Dasselbe gilt für chemische Herbizide und Pestizide, die Landwirte und verschiedene Beschäftigte in der Landwirtschaft einem höheren Risiko für die Entwicklung der Krankheit aussetzen. Einige Haarfärbemittel haben sich auch als ein bedeutender Faktor für die Entwicklung von Lymphomen bei einigen Patienten erwiesen. Es scheint jedoch, dass die Haarfärbemittel, die solche Wirkungen zeigten, vor den 1980er Jahren hergestellt wurden.

Wie bekommt man ein Lymphom? Eine vollständige Beantwortung dieser Frage bedeutet, der medizinischen Wissenschaftsgemeinschaft mehr Zeit und mehr Mittel für ihre Forschung und Tests zur Verfügung zu stellen. Die Zahl der Lymphom-Fälle geht nicht zurück, und die Krankheit ist definitiv nicht etwas, das in kurzer Zeit ausgerottet werden kann. Aber im Moment sollten wir zumindest versuchen, die verschiedenen Faktoren zu vermeiden, die unser Risiko, an der Krankheit zu erkranken, erhöhen. Vorbeugung ist immer noch die beste Heilung.

Dieser Artikel handelt von einem Krankheitsbild oder gesundheitlichen oder medizinischen Thema und dient dabei jedoch nicht der Eigendiagnose. Der Beitrag ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte lesen und beachten Sie auch unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Kostenfreie Beratung zur Gesundheit

Eine neutrale Beratung leistet die staatlich geförderte Unabhängige Patientenberatung Deutschland mit ärztlichen, zahnärztlichen, psychologischen und gesundheitsrechtlichen BeraterInnen telefonisch kostenfrei.

Kostenlose Beratung

Ihre Spende hilft!

Ihre Spende hilft uns, den redaktionellen Betrieb aufrecht zu erhalten und verschiedene Veranstaltungen durchzuführen.

Jetzt spenden

 

Menü