Was ist der Keratokonus?

Valudis Redaktion, 21. Januar 2020

Gesundheit

Der Keratokonus ist eine degenerative, nicht-entzündliche Erkrankung des Auges, bei der strukturelle Veränderungen innerhalb der Hornhaut dazu führen, dass diese dünner wird und eine konischere Form annimmt als ihre normale, gleichmäßige Krümmung. Der Keratokonus kann zu einer erheblichen Verzerrung des Sehens führen, wobei der Patient häufig von Mehrfachbildern, Streifenbildung und Lichtempfindlichkeit berichtet. Obwohl der Keratokonus häufig als seltene Erkrankung angesehen wird, ist er die häufigste Dystrophie der Hornhaut und betrifft etwa eine von tausend Personen, und er scheint weltweit in allen ethnischen Gruppen gleich häufig aufzutreten. Sie wird typischerweise in der Jugendzeit diagnostiziert und erreicht ihren schwersten Zustand in den zwanziger und dreissiger Jahren.

Der Keratokonus ist eine wenig verstandene Erkrankung mit einer ungewissen Ursache, und der Verlauf nach der Diagnose ist nicht vorhersehbar. Die mit der Krankheit einhergehende Verschlechterung der Sehkraft kann, wenn sie auf beiden Augen auftritt, die Fähigkeit der Person zum Autofahren beeinträchtigen. Sie führt jedoch nicht zur Erblindung, und in den meisten Fällen sind Korrekturgläser wirksam genug, um dem Patienten zu ermöglichen, weiterhin legal Auto zu fahren und ebenfalls normal zu funktionieren. Bei einem weiteren Fortschreiten der Krankheit kann eine Operation erforderlich werden. Der Keratokonus ist nach wie vor eine etwas rätselhafte Erkrankung, aber sie kann mit einer Vielzahl von klinischen und chirurgischen Techniken erfolgreich behandelt werden, wobei die Lebensqualität des Patienten oft nur wenig oder gar nicht beeinträchtigt wird.

Symptome
Eine Simulation der Mehrfachbilder, die eine Person mit Keratokonus sieht. Menschen mit frühem Keratokonus bemerken in der Regel eine leichte Unschärfe ihrer Sicht und kommen zu ihrem Arzt, um Korrekturlinsen zum Lesen oder Fahren zu suchen. Im Frühstadium unterscheiden sich die Symptome des Keratokonus möglicherweise nicht von denen eines anderen Brechungsfehlers des Auges. Im Verlauf der Krankheit verschlechtert sich das Sehvermögen, manchmal sogar rapide. Die Sehschärfe wird in allen Entfernungen beeinträchtigt, und die Nachtsicht ist oft recht schlecht. Manche Menschen sehen auf einem Auge deutlich schlechter als auf dem anderen Auge. Einige entwickeln eine Empfindlichkeit gegenüber hellem Licht, eine Überanstrengung der Augen durch Schielen beim Lesen oder Juckreiz im Auge. Ansonsten gibt es nur ein geringes oder gar kein Schmerzempfinden.

Das klassische Symptom des Keratokonus ist die Wahrnehmung von mehreren „Geisterbildern“, die als monokulare Polyopie bezeichnet wird. Dieser Effekt wird am deutlichsten bei einem kontrastreichen Feld, wie z.B. einem Lichtpunkt auf dunklem Hintergrund, wahrgenommen. Anstatt nur einen Punkt zu sehen, sieht eine Person mit Keratokonus viele Bilder des Punktes, die in einem chaotischen Muster verteilt sind. Dieses Muster ändert sich in der Regel nicht von Tag zu Tag, sondern nimmt mit der Zeit oft neue Formen an. Die Patienten bemerken auch häufig Schlieren und auffällige Verzerrungen um Lichtquellen herum. Einige bemerken sogar, dass sich die Bilder im Takt ihres Herzschlags relativ zueinander bewegen.

Ursache
Trotz umfangreicher Forschung bleibt die Ursache des Keratokonus ein gewisses Rätsel. Nach Angaben der United States National Keratoconus Foundation ist es wahrscheinlich, dass der Keratokonus durch eine Reihe verschiedener Faktoren entstehen kann: genetische, umweltbedingte oder zelluläre Faktoren, von denen jeder den Auslöser für den Ausbruch der Krankheit bilden kann.

Behandlung
In frühen Stadien des Keratokonus kann eine Brille ausreichen, um den leichten Astigmatismus zu korrigieren. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann die Brille dem Patienten möglicherweise keine zufriedenstellende Sehschärfe mehr bieten, und die meisten klinischen Praktiker werden dazu übergehen, die Erkrankung mit Kontaktlinsen zu behandeln.

Bei Keratokonus-Patienten verbessern Kontaktlinsen die Sehkraft, indem sie die Lücke zwischen der unregelmässigen Hornhautoberfläche und der glatten, regelmässigen Innenfläche der Linse mit Tränenflüssigkeit füllen und so den Effekt einer glatteren Hornhaut erzeugen. Für den Keratokonus wurden viele spezialisierte Kontaktlinsentypen entwickelt, und die Betroffenen können sowohl Ärzte aufsuchen, die auf die Bedingungen der Hornhaut spezialisiert sind, als auch Kontaktlinsenanpasser, die Erfahrung im Umgang mit Patienten mit Keratokonus haben.

Dieser Artikel handelt von einem Krankheitsbild oder gesundheitlichen oder medizinischen Thema und dient dabei jedoch nicht der Eigendiagnose. Der Beitrag ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte lesen und beachten Sie auch unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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