Selbstkontrolle mit Autismus erreichen

Valudis Redaktion, 19. Januar 2020

Autismus

Selbstdisziplin ist eine Fähigkeit, die die meisten autistischen Kinder nur schwer erlernen können. Dazu gehören nicht nur unangemessene Ausbrüche, sondern auch Gewohnheiten, die potenziell gefährlich sein können, wie z.B. aggressiv gegenüber anderen zu sein oder sich selbst Schaden zuzufügen, wie z.B. den Kopf gegen die Wand zu schlagen. Um diese und andere Verhaltensweisen zu verhindern, ist eine Technik, die Eltern und Erzieher zur Kontrolle autistischer Tendenzen einsetzen können, das Selbstmanagement. Dem Kind Macht über sich selbst zu geben, ist oft der Schlüssel, um die Kontrolle über gewalttätige Situationen zu behalten und kann ein positiver Schritt sein, um auch andere Verhaltensweisen zu erlernen.

Selbstmanagement funktioniert, weil das Kind nicht mehr vollständig von anderen kontrolliert wird. Wenn man dem Kind Selbstmanagement zu bestimmten Tageszeiten beibringt, z.B. während es in der Schule oder in der Therapie ist, wird es eher dazu neigen, die Selbstkontrolle zu allen Tageszeiten zu praktizieren. Der Schlüssel dazu ist die Umsetzung eines Programms, in dem es sein eigenes Verhalten und seine Aktivitäten überwacht. Beginnen Sie mit einer kurzen Zeitspanne und beobachten Sie das Kind weiterhin von einem eher passiven Standpunkt aus. Erinnern Sie das Kind alle zehn bis fünfzehn Minuten daran, dass es die Kontrolle hat und sein gutes und schlechtes Verhalten überwachen und sich dessen bewusst sein muss.

Diese Überwachung ist eine Form der Selbstevaluation. Wenn ein Kind die Kontrolle hat, denkt es vielleicht genauer über das Verhalten in der Vergangenheit und Gegenwart nach. Setzen Sie dem Kind klare Ziele – zum Beispiel einen Nachmittag ohne Aggressionen gegenüber anderen oder einen Tag in der Schule ohne Selbstverletzung. Fragen Sie das Kind alle fünfzehn Minuten, wie es sich macht. Wird das Ziel erreicht? Wenn die Antwort nein ist, ist das Kind vielleicht noch nicht bereit für das Selbstmanagement, oder die Ziele sind zu unerreichbar. Sie wollen sicherstellen, dass die Ziele zunächst leicht zu erreichen sind, und dann das Kind in Zukunft auf schwierigere Ziele zu bewegen. Wenn ein Kind bei der Selbstkontrolle erfolgreich ist, wird es eine positivere Einstellung zu dieser Erfahrung haben.

Ein wichtiger Teil des Selbstmanagements ist natürlich ein Belohnungssystem. Lassen Sie das Kind sich seine eigene Belohnung ausdenken, je nach Interesse. Durch die Verstärkung werden diese guten Verhaltensziele im Kopf des Kindes klarer markiert, und durch die Auswahl und Belohnung wird sich das Kind vollständig in der Kontrolle des Selbstmanagementsystems fühlen. Wählen Sie einfache Belohnungen für den Anfang, wie z.B. Smiley-Gesichter für jedes erreichte Ziel und traurige Gesichter für jedes nicht erreichte Ziel, und arbeiten Sie auf ein größeres Ziel hin, wie z.B. eine spezielle Aktivität oder ein neues Spielzeug, wenn eine bestimmte Anzahl von Smiley-Gesichtern erreicht wurde.

Diese Art von Programmen entwickelt sich nicht über Nacht, daher ist es wichtig, dass Sie und das Kind genügend Zeit haben, sich einer Selbstmanagement-Erfahrung zu widmen. Indem gutes Verhalten durch Belohnungen verstärkt wird, die vom Kind statt von einem Erwachsenen bestimmt werden, wird es eher dazu neigen, dies fortzusetzen, auch wenn es nicht am Programm teilnimmt. Wenn Ihr autistisches Kind reif genug ist, könnte dies ein gutes Behandlungsprogramm sein, das Sie ausprobieren sollten.

Dieser Artikel handelt von einem Krankheitsbild oder gesundheitlichen oder medizinischen Thema und dient dabei jedoch nicht der Eigendiagnose. Der Beitrag ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte lesen und beachten Sie auch unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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