Depressionen: Fleisch und Blut oder Gedanken und Emotionen?

Ein Beitrag der Valudis Redaktion vom 19. Januar 2020

Depression

Wird eine Depression durch äußere Faktoren oder durch unseren eigenen Geist und Körper verursacht?

Die Antwort ist vielleicht nicht so einfach, wie manche glauben möchten. Die allgemein verbreitete Ansicht ist, dass eine Depression durch negative Ereignisse oder Umstände verursacht wird, die zu Angst, Traurigkeit, Besorgnis und Sorge führen. Äußere Faktoren wie trübes Wetter, die Sechs-Uhr-Nachrichten und sogar wie man die Gesellschaft im Allgemeinen betrachtet — werden ebenfalls als Hauptursache für Depressionen angesehen.

Eine weitere Denkschule in dieser Ausgabe über Depressionen hat ihre Wurzeln in der Biologie und Biochemie. Dieser Theorie zufolge wird eine Depression angeblich durch chemische Ungleichgewichte verursacht, die wiederum das psychische und emotionale Gleichgewicht eines Menschen beeinträchtigen. Die Disziplin der Psychologie geht jedoch einen anderen Weg, indem sie behauptet, dass die chemischen Veränderungen Auswirkungen des psychischen Zustandes sind und nicht umgekehrt.

Es gibt Berichte und Studien, die zeigen, dass Depressionen mit einer Vielzahl von chemischen Veränderungen im Gehirn zusammenhängen. Als mögliche Ursachen der Depression wurden Veränderungen der chemischen Rezeptoren des Gehirns genannt. Dasselbe wurde über Schäden an den Nerven und biochemischen Transmittern gesagt, die die kiesige Arbeit des zentralen Nervensystems verrichten. Meist wird Serotonin erwähnt, aber auch andere neurale Rezeptoren wurden durch verschiedene Studien zu diesem Thema benannt. Auch Noradrenalin- und Dopaminspiegel wurden in einigen Studien als mit Depressionen verbunden erwähnt. Es sind diese Medikamente, auf die die meisten Antidepressiva ausgerichtet sind. Die Grundidee ist, dass niedrige Werte der oben genannten Chemikalien Depressionen verursachen, höhere Werte sollten also aufbauend sein. Während die meisten Fälle von Depressionen auf diese Weise erfolgreich behandelt werden, gibt es noch einige Probleme, die gelöst werden müssen. Die niedrigen Werte können eher auf ein anderes Problem hinweisen, als dass sie die Ursache des Problems selbst sind.

Die Psychologie kann ein wichtiger Faktor bei einer Depression sein, wenn nicht sogar die Ursache. Studien zeigen, dass Menschen, die ein emotionales oder psychologisches Trauma erlitten haben, später im Leben eher zu Depressionen neigen. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Trauma während der prägenden Jahre der Person aufgetreten ist oder von einer Vertrauensperson in ihrem Leben verursacht wurde. Pessimismus kann es einer Person auch leichter machen, in eine Depression abzugleiten, aber die meisten sehen dies nicht als einen wesentlichen Faktor. Auch Angststörungen können laut einigen Studien zu Depressionen führen. Dies rührt von der negativen Selbstwahrnehmung her, die durch Angststörungen verursacht werden kann, die die Fähigkeit einer Person, ihre wahrgenommenen Pflichten zu erfüllen, lähmen. Dazu gehören unter anderem soziale Ängste und Leistungsangst. Wenn die negative Selbstwahrnehmung einsinkt, beginnt sie, die Sicht der Person auf die Realität zu verändern. Schließlich, wenn die Depression einsetzt, erscheint alles trostlos und hoffnungslos.

Vorerst ist es schwierig, sicher zu sein, ob es sich bei der Depression um einen psychischen oder biologischen Zustand handelt. Es gibt reichlich Beweise dafür, dass es auf beiden Seiten des Arguments Faktoren gibt. Es fehlt jedoch an Beweisen, die darauf hindeuten, dass beide Seiten der Medaille die endgültige Antwort sind. Es wird mehr Forschung in dieser Angelegenheit nötig sein, besonders da es einige unbeantwortete Fragen über Depressionen gibt. Zum Beispiel die Tatsache, dass sich Depressionen häufig in Familien manifestieren, deutet auf eine Art genetischen Zusammenhang hin. Und wenn der Geisteszustand einen Einfluss auf Depressionen hat, gibt es dann einen statistischen Zusammenhang zwischen Nihilismus und Depression? Offensichtlich gibt es noch viel über diesen Zustand zu entdecken.

Dieser Artikel handelt von einem Krankheitsbild oder gesundheitlichen oder medizinischen Thema und dient dabei jedoch nicht der Eigendiagnose. Der Beitrag ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte lesen und beachten Sie auch unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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