Atypische Depression

Ein Beitrag der Valudis Redaktion vom 19. Januar 2020

Depression, Gesundheit

Die atypische Depression ist, trotz ihres Namens, eigentlich die häufigste Unterform der Major Depression, die sich durch eine launische Reaktionsfähigkeit auszeichnet. Eine Person mit dieser Erkrankung kann als Reaktion auf positive Ereignisse eine verbesserte Stimmung erfahren. Diese Form der Depression ist ein Typ, der eine Person fast bis zum Punkt der emotionalen Lähmung überwältigen kann, oft ausgelöst durch gefühlte Ablehnung, aber auch echte Ablehnung, die sogar konstruktive Kritik als persönliche Beleidigung aufgefasst werden kann.

Im Allgemeinen neigen atypische Depressionen zu einer größeren funktionellen Beeinträchtigung und haben die Neigung, früher im Leben aufzutreten als andere Formen von Depressionen, in der Regel ab dem Teenageralter. Genauso ist bei Menschen, die an atypischen Depressionen leiden, eher zu erwarten, dass sie an anderen psychischen Erkrankungen wie z.B. einer vermeidbaren Persönlichkeitsstörung, einer sozialen Phobie oder einer körperdysmorphischen Störung leiden. Diese Form der Depression ist häufiger bei Frauen zu beobachten, da fast siebzig Prozent der atypischen Depressionen weiblich sind.

Menschen mit atypischen Depressionen essen möglicherweise zu viel und greifen auf den Komfort von Lebensmitteln wie Roastbeef, Soße, Schokolade und Kohlenhydraten zurück. Außerdem könnten sie mehr als zehn Stunden schlafen und es fällt ihnen schwer, aus dem Bett zu kommen. Sie fühlen sich auch träge, dass selbst die gewöhnlichen Aufgaben zu kompliziert und schwerfällig erscheinen können. Der Tod in der Familie oder eine romantische Trennung kann ernsthafte Symptome einer atypischen Depression auslösen.

Viele Symptome der atypischen Depression stehen denen zahlreicher Depressionen gegenüber, wie z.B. die Neigung zu Überessen und Verschlafen im Gegensatz zu Menschen mit Depression, die nicht essen und schlafen können. Spezialisten haben atypische Depressionen mit anderen psychiatrischen Problemen in Verbindung gebracht, aber nur Experten können diese Form der Depression diagnostizieren. Viele Menschen mit dieser Erkrankung missbrauchen Drogen oder Alkohol.

Für Menschen, die sich nicht sicher sind, ob sie an der Krankheit leiden, wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen und sich auch auf diese Symptome zu untersuchen: mehr als zehn Stunden Schlaf, zyklisch depressive Stimmung, emotionale Empfindlichkeit gegenüber Kritik und Ablehnung, Gefühle von Lethargie und emotionaler Lähmung, sowie erhöhter Appetit und Heißhunger auf Kohlenhydrate.

Menschen, die an atypischen Depressionen leiden, haben ein größeres Risiko für ernstere und plötzliche schwere Depressionen. Manche Menschen wissen nicht, dass sie diese Erkrankung haben, weil sie sich ständig deprimiert fühlen, und verstecken ihre Symptome, indem sie härter arbeiten, gescheiterte Beziehungen analysieren, Diäten machen und einen starren Zeitplan einhalten, aber sie haben die Krankheit nur vertuscht, aber nicht geheilt.

Menschen, bei denen die Krankheit diagnostiziert wurde, wird empfohlen, Antidepressiva einzunehmen, um die Symptome zu kontrollieren. Es ist wichtig, zu beachten, dass es, obwohl Antidepressiva oft die erste Behandlungslinie sind, andere sichere Alternativen gibt, die man mit dem behandelnden Arzt besprechen kann, bevor man verschreibungspflichtige Medikamente mit Nebenwirkungen einnimmt. Einen Psychiater aufzusuchen, um das Problem zu lösen, ist eine Möglichkeit, aber stellen Sie sicher, dass Sie eine Überweisung von einem Experten erhalten.

Dieser Artikel handelt von einem Krankheitsbild oder gesundheitlichen oder medizinischen Thema und dient dabei jedoch nicht der Eigendiagnose. Der Beitrag ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte lesen und beachten Sie auch unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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