Affirmativ?

Dirk de Pol, 7. September 2019

Mentale Gesundheit

Wäre es nicht wunderbar, wenn alles Greifbare und Reale einfach nur durch unsere Gedanken – eine Affirmation – entspringen oder entstehen würde? Nun, ganz so einfach ist es leider nicht.

Gedanken haben Macht

Natürlich haben Gedanken die Macht, Wirklichkeit zu gestalten. Kein Kommunismus ohne „Das Kapital“ von Marx und kein Neoliberalismus ohne die ominöse „Unsichtbare Hand“ deren Urheberschaft umstritten ist. Gedanken wohnen in Worten, darum sind es letztlich die Worte, die die Macht besitzen.

Das finden wir schon in der Bibel, als Gott sprach: „Es werde Licht!». Selbst ein Gott braucht Worte, um seine Vision zu verwirklichen. Das muss natürlich in den richtigen Kontext gesetzt werden, deswegen heißt es in der Bibel erläuternd: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“

Worte ändern Welten

Worte schaffen, prägen oder ändern Welten. Mit ihnen ist eine göttliche Schöpferkraft ins uns und daher sollten wir sie stets mit Bedacht wählen. Abhängig davon, wie wir etwas sagen, wir es auch sein. Das gilt im Guten wie im Schlechten. Besonders Therapeuten, aber auch wir alle haben schon mal gehört: „Ich bin nicht lernfähig, liebenswert, beziehungsfähig, etc.“ Das sind fatale Worte, die bei entsprechend häufiger unbewusster oder bewusster Wiederholung uns, unser Denken, unsere Wahrnehmung, Gefühle und Körperempfindungen bestimmen und alles wegfiltern, was dem in ihnen artikulierten Glauben nicht entspricht. Solche Negationen wirken wie ein schwarzes Loch, das alles anzieht und vernichtet.

Glücklicherweise funktioniert das auch genau anders herum. Affirmationen wie z.B. „Ich bin talentiert, liebenswert, attraktiv, zielstrebig und voller Energie etc.“ bringen uns genau dahin. Sie sind wie Beschwörungen, mit denen wir herbeizaubern, was wir uns wünschen. Wenn wir – gefangen in Negationen, Skepsis und Selbstzweifeln – daran nicht glauben oder über überhaupt gar keine entsprechenden positiven vergleichbaren Erfahrungen verfügen, wird es natürlich ungleich schwieriger die Magie der positiven Affirmation zu entfalten.

Affirmation wiederholen

Im Normalfall – so eine Binsenweisheit der positiven Psychologie – reicht es schon, eine Affirmation mindestens siebenmal (oder öfter) zu wiederholen, und es bildet sich in unserem Gehirn ein neues neuronales Muster, das eine entsprechende Veränderungen begünstigen oder auch bewirken kann bzw. anzieht, was wir uns wünschen.

Wer aber sein ganzes Leben lang kein oder nur negatives Feedback erhalten hat, dem werden auch 100 täglich wiederholte Affirmationen allein nicht reichen. Da braucht es auch echte andauernde Akzeptanz und Verbundenheit durch Freunde und eine Beziehung.

Dieser Artikel handelt von einem Krankheitsbild oder gesundheitlichen oder medizinischen Thema und dient dabei jedoch nicht der Eigendiagnose. Der Beitrag ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte lesen und beachten Sie auch unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen!

DAS SPIEL, BEI DEM ALLES AUF DEN TISCH KOMMT …

… und nichts unterm Teppich bleibt.

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