Wer bekommt Multiple Sklerose?

Valudis Redaktion, 18. März 2020

Gesundheit

Vor fünfzig Jahren war Multiple Sklerose praktisch unbekannt. Heute gibt es weltweit etwa 2,5 Millionen Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind. Nach Angaben der Nationalen MS-Gesellschaft werden täglich 200 Menschen mit der Krankheit diagnostiziert.

Multiple Sklerose wird am häufigsten bei Menschen zwischen 20 und 50 Jahren diagnostiziert. Allerdings sind 5 % der MS-Patienten unter 21 Jahre alt, und viele Menschen, bei denen die Diagnose später gestellt wird, zeigen bereits im Alter von 15 oder 16 Jahren Symptome. Es gibt mehrere Fälle von Kindern, bei denen Multiple Sklerose diagnostiziert wird. Etwa 10 % aller MS-Patienten erhielten die Diagnose nach dem 50. Lebensjahr. Die jüngste Person mit Multipler Sklerose wurde im Alter von 10 Jahren diagnostiziert.

Menschen jeder ethnischen Gruppe können an Multipler Sklerose erkranken, doch ist sie bei Menschen mit nordeuropäischer Abstammung häufiger anzutreffen. MS entwickelt sich bei Amerikanern afrikanischer, asiatischer und hispanischer Abstammung, obwohl sie sehr selten auftritt.

Laut der Multiple Sclerosis International Federation hat z.B. Kanada mit 240 diagnostizierten MS-Fällen pro 100.000 Menschen die höchste Prävalenz von MS weltweit. Danach folgt Deutschland mit 149 Fällen pro 100.000 Menschen. Die Vereinigten Staaten, Polen, Finnland, Schweden, Island, Großbritannien und Norwegen haben im Durchschnitt 97,5 – 143,5 dokumentierte Fälle pro 100.000 Menschen. Indien hat die niedrigste Inzidenz von Multipler Sklerose in der ganzen Welt, mit 3 bestätigten Fällen pro 100.000 Menschen.

Weltweit ist die Wahrscheinlichkeit, an Multipler Sklerose zu erkranken, bei Frauen 50% höher als bei Männern.

Multiple Sklerose wird nicht direkt vererbt, ein Elternteil mit MS kann sie nicht an seine Kinder weitergeben. Es gibt dokumentierte Fälle von eineiigen Zwillingen, bei denen ein Zwilling an Multipler Sklerose erkrankt und der andere nicht. Es hat sich jedoch gezeigt, dass eine Person mit größerer Wahrscheinlichkeit an der Krankheit erkranken wird, wenn ein naher Verwandter ebenfalls an ihr erkrankt ist. Mediziner glauben, dass es eine genetische Veranlagung für die Entwicklung von Multipler Sklerose geben könnte.

Dieser Artikel handelt von einem Krankheitsbild oder gesundheitlichen oder medizinischen Thema und dient dabei jedoch nicht der Eigendiagnose. Der Beitrag ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte lesen und beachten Sie auch unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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