Tipps für die Pflege über große Entfernungen

Dirk de Pol, 14. März 2022

Altern, Gesundheit, Leben

Die Pflege über große Entfernungen ist mit besonderen Herausforderungen verbunden. Wenn Sie sich in der Rolle des Fernbetreuers befinden, finden Sie hier eine Zusammenfassung der Dinge, die Sie beachten sollten.

1. Wissen, was Sie als Fernbetreuer wissen müssen

Erfahrene Pflegekräfte empfehlen Ihnen, sich so gut wie möglich über die Krankheit Ihres Familienmitglieds oder Freundes, die Medikamente und die zur Verfügung stehenden Mittel zu informieren. Informationen können Ihnen dabei helfen, die Situation zu verstehen, den Krankheitsverlauf vorauszusehen, Krisen zu vermeiden und das Gesundheitsmanagement zu unterstützen. Sie können auch das Gespräch mit dem Arzt erleichtern. Stellen Sie sicher, dass mindestens ein Familienmitglied die schriftliche Erlaubnis hat, medizinische und finanzielle Informationen zu erhalten. Soweit möglich, sollte ein Familienmitglied die Gespräche mit allen Gesundheitsdienstleistern führen.

Versuchen Sie, alle wichtigen Informationen an einem Ort zu sammeln – vielleicht in einem Notizbuch oder in einem gemeinsamen, sicheren Online-Dokument. Dazu gehören alle wichtigen Informationen über medizinische Versorgung, Sozialdienste, Kontaktnummern, finanzielle Angelegenheiten usw. Machen Sie Kopien für andere Betreuungspersonen und halten Sie die Informationen auf dem neuesten Stand.

2. Planen Sie Ihre Besuche bei einem alternden Elternteil oder Verwandten

Wenn Sie einen geliebten Menschen besuchen, haben Sie vielleicht das Gefühl, dass es in der Ihnen zur Verfügung stehenden Zeit einfach zu viel zu tun gibt. Sie können mehr erledigen und sich weniger gestresst fühlen, wenn Sie im Vorfeld mit Ihrem Familienmitglied oder Freund sprechen und herausfinden, was er oder sie gerne tun würde. Sprechen Sie gegebenenfalls auch mit der Hauptpflegeperson, um zu erfahren, was sie braucht, z. B. die Übernahme einiger Pflegeaufgaben, während Sie in der Stadt sind. Dies kann Ihnen helfen, klare und realistische Ziele für Ihren Besuch zu setzen. Muss Ihre Mutter zum Beispiel neue Winterkleidung besorgen oder ein anderes Familienmitglied besuchen? Könnte Ihr Vater Hilfe bei Reparaturen im Haus gebrauchen? Würden Sie gerne mit dem Arzt Ihrer Mutter sprechen? Entscheiden Sie sich für Prioritäten und verschieben Sie andere Aufgaben auf einen anderen Besuch.

3. Aktivitäten für den Besuch eines alternden Elternteils oder Verwandten

Versuchen Sie, sich Zeit für Dinge zu nehmen, die nichts mit der Pflegetätigkeit zu tun haben. Vielleicht finden Sie einen Film, den Sie mit Ihrem Angehörigen ansehen können, oder Sie planen einen Besuch bei alten Freunden oder anderen Familienmitgliedern. Vielleicht würden sie gerne an Gottesdiensten teilnehmen. Bieten Sie an, eine Partie Karten oder ein Brettspiel zu spielen. Machen Sie einen Ausflug oder gehen Sie gemeinsam in die Bibliothek. Ein bisschen Zeit für etwas Einfaches und Entspannendes zu finden, kann allen helfen und sorgt für mehr Familienerinnerungen. Und denken Sie daran, dass Ihr Freund oder Verwandter im Mittelpunkt Ihrer Reise steht – versuchen Sie, Ablenkungen von außen zu vermeiden, bis Sie wieder zu Hause sind.

4. In Kontakt treten und in Kontakt bleiben

Viele Familien vereinbaren Telefonkonferenzen mit Ärzten, dem Team des betreuten Wohnens oder dem Personal des Pflegeheims, damit mehrere Angehörige an einem Gespräch teilnehmen können und aktuelle Informationen über den Gesundheitszustand und die Fortschritte des Angehörigen erhalten. Wenn Ihr Familienmitglied in einem Pflegeheim untergebracht ist, können Sie um gelegentliche Telefonkonferenzen mit dem Personal der Einrichtung bitten. Manchmal ist es gut, mit einem Sozialarbeiter zu sprechen, der Sie auf dem Laufenden hält und Sie bei der Entscheidungsfindung unterstützt. Sie können auch mit einem Familienmitglied oder einem Freund in der Gemeinde sprechen, der eine realistische Sicht der Dinge vermitteln kann. In manchen Fällen wird dies Ihr anderer Elternteil sein. Unterschätzen Sie nicht den Wert einer Telefon- und E-Mail-Kontaktliste. So können Sie auf einfache Weise alle über die Bedürfnisse Ihrer Eltern auf dem Laufenden halten.

5. Einem alternden Elternteil helfen, aus der Ferne in Kontakt zu bleiben

Eine Familie ließ einen privaten Telefonanschluss im Zimmer ihres Vaters im Pflegeheim installieren, damit er in Kontakt bleiben konnte. Eine andere Familie schenkte ihrer Großmutter ein Mobiltelefon (und brachte ihr dann bei, wie man es benutzt), was allen eine gewisse Beruhigung verschaffte. Diese einfachen Strategien können ein Rettungsanker sein. Aber seien Sie darauf gefasst, dass Sie mit Anrufen oder Textnachrichten überschwemmt werden. Es ist gut, sich im Voraus Gedanken darüber zu machen, wie man die vielen Anrufe bewältigen kann.

6. Papierkram für einen alternden Elternteil organisieren

Die Organisation des Papierkrams ist eine Möglichkeit, wie ein Fernbetreuer eine große Hilfe sein kann. Ein wichtiger Teil der effektiven Pflege hängt davon ab, dass viele Informationen in Ordnung und auf dem neuesten Stand gehalten werden. Häufig benötigen Fernbetreuer Zugang zu den persönlichen, gesundheitlichen, finanziellen und rechtlichen Unterlagen der Eltern oder Verwandten.

All dieses Material zusammenzutragen, ist anfangs eine Menge Arbeit, und aus der Ferne kann es sogar noch schwieriger erscheinen. Aber wenn Sie erst einmal alles beisammen haben, werden viele andere Betreuungsaufgaben einfacher sein. Wenn Sie aktuelle Informationen über den Gesundheitszustand und die medizinische Versorgung Ihrer Eltern, aber auch über Finanzen, Wohneigentum und andere rechtliche Fragen haben, können Sie sich einen Überblick verschaffen und im Krisenfall schneller reagieren.

Konzentrieren Sie sich zu Beginn auf das Wesentliche und füllen Sie die Lücken nach und nach aus. Sprechen Sie mit der älteren Person und der Hauptpflegeperson über fehlende Informationen oder Unterlagen und darüber, wie Sie bei der Organisation der Unterlagen helfen können. Außerdem sollten Sie sich vergewissern, dass alle finanziellen Angelegenheiten, einschließlich Testamente und Lebensversicherungspolicen, in Ordnung sind. Es ist auch hilfreich, wenn jemand eine dauerhafte Vollmacht hat (ein juristisches Dokument, in dem eine Person benannt wird, die finanzielle und vermögensrechtliche Angelegenheiten für eine andere regelt).

Möglicherweise zögert Ihr Familienmitglied oder Freund, Ihnen persönliche Informationen mitzuteilen. Erklären Sie, dass Sie nicht versuchen, in ihre Privatsphäre einzudringen oder sich in ihr Privatleben einzumischen – Sie versuchen nur, das zusammenzutragen, was in einem Notfall benötigt wird. Versichern Sie ihnen, dass Sie ihre Privatsphäre respektieren werden, und halten Sie dann Ihr Versprechen. Wenn sie sich immer noch unwohl fühlen, fragen Sie sie, ob sie bereit wären, mit einem Anwalt (einige Anwälte sind auf ältere Menschen spezialisiert) oder vielleicht mit einem anderen vertrauenswürdigen Familienmitglied oder Freund zusammenzuarbeiten.

7. Lernen Sie zusätzliche Tipps für die Pflege

Unabhängig davon, ob Sie die Hauptpflegeperson oder ein Fernbetreuer sind, kann es hilfreich sein, eine Schulung für die Pflege zu absolvieren. Wie bei vielen anderen Dingen im Leben verfügen viele von uns nicht automatisch über viele Fähigkeiten in der Pflege. In einer Schulung können Sie zum Beispiel lernen, wie man jemanden sicher vom Bett auf einen Stuhl setzt, wie man jemandem beim Baden hilft, wie man Wundliegen verhindert und behandelt und wie man grundlegende Erste Hilfe leistet. Informationen über Schulungsmöglichkeiten finden Sie online. Einige Ortsvereine des Roten Kreuzes bieten möglicherweise Kurse an, ebenso wie einige gemeinnützige Organisationen, die sich auf die Pflege konzentrieren. Krankenkassen übernehmen manchmal die Kosten für diese Schulungen.

8. Stellen Sie eine Liste von Ressourcen in der Nachbarschaft Ihres alternden Angehörigen zusammen

Eine Suche im Internet ist eine gute Möglichkeit, um mit dem Sammeln von Ressourcen zu beginnen. Wenden Sie sich an eine örtliche Bibliothek oder ein Seniorenzentrum, um sich über Hilfsquellen zu informieren.

Der Beitrag basiert u.a. auf Informationen von MedlinePlus.

Dieser Artikel handelt von einem Krankheitsbild oder gesundheitlichen oder medizinischen Thema und dient dabei jedoch nicht der Eigendiagnose. Der Beitrag ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte lesen und beachten Sie auch unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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