Physiotherapie nach der Herzchirurgie

Valudis Redaktion, 10. März 2020

Gesundheit

Man kann sich nach einer Herzoperation müde und wund fühlen; das ist nur natürlich. Andererseits scheint es völlig merkwürdig zu sein, wenn man daran denkt, danach eine physiotherapeutische Behandlung zu beginnen, anstatt sich einfach nur auszuruhen. Doch genau das ist es, was empfohlen wird.

Zu den Arten der Herzchirurgie gehören Bypass-Operationen, Angioplastie, Stents, Herzklappenersatz und sogar Herztransplantationen. Patienten, die alle diese Operationen haben, können von der Physiotherapie profitieren. Auch Patienten, die andere Herzprobleme haben, können die Hilfe in Anspruch nehmen; dazu gehören Opfer von Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, peripherer Arterienerkrankung, Brustschmerzen und Kardiomyopathie.

Die Physiotherapie beginnt in der Regel innerhalb weniger Wochen nach der Herzoperation, wenn nicht schon früher. Der erste Schritt besteht darin, dass Krankenschwestern oder Ärzte einen Stresstest durchführen, um festzustellen, wie viel Bewegung man bewältigen kann. Dazu gehört das Gehen auf einem Laufband oder das Fahren auf einem stationären Fahrrad, während man seine Vitalfunktionen überwacht.

Wenn die Daten gesammelt und analysiert sind, wird ein Physiotherapieprogramm eingeführt. Aus Sicherheitsgründen ist es oft die Routine, herzchirurgische Patienten zunächst ins Krankenhaus oder in eine Ambulanz zu bringen, um sie zu trainieren.

Unter den wachsamen Augen von Krankenschwestern und Physiotherapeuten werden herzchirurgische Patienten bei der Durchführung ihrer Übungen betreut. Auf diese Weise werden die Fachleute alarmiert, wenn der herzchirurgische Patient lästige Symptome hat. Die durchgeführten Übungen sind Herz-Kreislauf-Übungen wie das Gehen auf einem Laufband oder das Fahren auf einem stationären Fahrrad.

Nach Ablauf der ersten Zeit der überwachten Physiotherapie werden die herzchirurgischen Patienten nach Hause geschickt, um ihre Übungen zu machen. Bevor sie gehen, werden sie jedoch Aufwärm- und Dehnungsübungen erhalten haben und wissen, wann sie aufhören müssen. Im Allgemeinen sollten sie drei- bis fünfmal pro Woche trainieren, es sei denn, sie haben Probleme.

Schwimmen ist eine weitere Form der Übung, die besonders gut für herzchirurgische Patienten geeignet ist. Es handelt sich um eine gelenkschonende Herz-Kreislauf-Übung, die oft länger durchgehalten wird. Man darf nur nicht vergessen, dass alle Wunden zuerst vollständig geheilt werden müssen.

Die Physiotherapie für herzchirurgische Patienten wird oft nicht von Physiotherapeuten durchgeführt. Krankenschwestern und Krankenpfleger in Krankenhäusern und Kliniken, die für diese Bereiche der Rehabilitation für die Herzchirurgie ausgebildet sind, werden die Arbeit übernehmen. Manchmal helfen jedoch Physiotherapeuten, und die Prinzipien sind die gleichen.

Der Physiotherapeut wird den Patienten darüber aufklären, welche Aktivitäten in den Wochen und Monaten nach der Operation akzeptabel sind. In den ersten sechs Wochen sind nur einige wenige Aktivitäten erlaubt, wie z.B. leichte Hausarbeiten oder Kinobesuche. Von da an bis zum dritten Monat werden weitere Aktivitäten hinzukommen. Sie können vielleicht wieder arbeiten, zumindest in Teilzeit, und Sie können vielleicht fahren. Nach dieser Zeit wird Ihr Physiotherapeut mit Ihnen zusammenarbeiten, um Ihnen die Rückkehr zu Ihren alten Aktivitäten zu erleichtern.

Wenn sich ein Patient einer Herzoperation unterzieht und dann nichts tut, um wieder zu Kräften zu kommen, wird dieser Patient bald geschwächt sein. Physiotherapie bietet ein Mittel, um in Form zu bleiben oder in Form zu kommen. Sie verleiht der Herzoperation mehr Sinn, indem sie den Patienten viel gesünder macht als vor der Operation.

Dieser Artikel handelt von einem Krankheitsbild oder gesundheitlichen oder medizinischen Thema und dient dabei jedoch nicht der Eigendiagnose. Der Beitrag ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte lesen und beachten Sie auch unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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