Hyperaktivität vs. ADS – Was ist der Unterschied?

Valudis Redaktion, 19. März 2020

Mentale Gesundheit

Ein weit verbreiteter Irrtum, wenn es um Aufmerksamkeitsdefizitstörungen geht, ist die Annahme, dass es sich dabei um eine solche mit Hyperaktivität handelt. Dies ist jedoch weit von der Wahrheit entfernt. Menschen mit ADS können zwar Anzeichen von Hyperaktivität aufweisen, aber sie ist kein inhärenter Bestandteil der Störung und tritt bei ADS-Patienten oft nicht auf.

Hyperaktivität ist ein allgemeiner Begriff, der sich auf eine übermäßige und/oder pathologische Aktivität bezieht. Dieser Begriff wird oft fälschlicherweise für eine aktive Person verwendet, die die Kriterien für eine übermäßige Aktivität nicht erfüllt. Es ist wichtig zu verstehen, dass alle Kinder bis zu einem gewissen Grad aktiv sind, und dass einige sogar extrem aktiv sind. Dies stellt jedoch nicht unbedingt eine Hyperaktivität dar. Eine hyperaktive Person scheint zur Bewegung getrieben zu sein, so dass es fast unmöglich ist, still zu sitzen. Wenn sie sitzen, werden sie als Gegenmaßnahme oft zappeln oder übermäßig reden. Hyperaktivität ist bei Erwachsenen oft schwer einzuschätzen; Kinder sind jedoch viel leichter zu diagnostizieren.

Die Aufmerksamkeitsdefizitstörung hingegen zeigt sich durch Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Ablenkbarkeit, aber nicht unbedingt durch Hyperaktivität. Ein Kind, das an ADS leidet, kann Schwierigkeiten haben, Aufgaben zu erledigen, aufzupassen und/oder darauf zu warten, dass es an die Reihe kommt. Damit eines dieser Verhaltensweisen eine Störung darstellen kann, muss es extrem sein, Schwierigkeiten bei der Ausführung täglicher Aktivitäten verursachen und kein für die Altersgruppe des Kindes geeignetes Verhalten darstellen. Sie müssen auch über einen längeren Zeitraum, mindestens sechs Monate, auftreten und vor dem Alter von 7 Jahren erkennbar sein und danach weiterbestehen.

Einige Kinder mit ADS weisen jedoch auch Hyperaktivität auf, die sich durch übermäßiges Zappeln, Laufen und Springen zu unpassenden Zeiten äußert. Sie scheinen oft eine Unfähigkeit zu haben, still zu sein. Wenn ein Kind zusätzlich zu einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung eine Hyperaktivität aufweist, wird es oft als „ADHS“ bezeichnet: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Obwohl viele Menschen annehmen, dass der Begriff ADD eine veraltete Version von ADHS ist, beziehen sie sich in Wirklichkeit auf zwei verschiedene Arten von Störungen.

Insgesamt gibt es typischerweise drei Varianten von ADD oder ADHS. Diese sind (1) unaufmerksamer Typ, (2) hyperaktiv-impulsiver Typ und (3) Kombination. Offensichtlich weist der unaufmerksame Typ eine Schwierigkeit bei der Aufmerksamkeit und der Durchführung von Aktivitäten auf, ist aber nicht hyperaktiv. Diese Kinder sind in der Regel schwieriger zu diagnostizieren. Andererseits ist der hyperaktiv-impulsive Typ extrem aktiv und hat Schwierigkeiten, ihr Verhalten zu kontrollieren. Natürlich ist der dritte Typ eine Kombination der beiden vorherigen Typen und zeigt Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität.

Dieser Artikel handelt von einem Krankheitsbild oder gesundheitlichen oder medizinischen Thema und dient dabei jedoch nicht der Eigendiagnose. Der Beitrag ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte lesen und beachten Sie auch unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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